Ingenieur kalkuliert Einheitspreise für ein Leistungsverzeichnis — öffentliche Ausschreibung
Vollständiger Leitfaden · 12 Min. Lesezeit

Leistungsverzeichnis Software: Kalkulation und Ausfüllen — Schritt für Schritt 2026

Ein Leistungsverzeichnis korrekt zu kalkulieren bedeutet: Einheitspreise methodisch aus den Lohnkosten, Gerätekosten, Materialkosten sowie AGK und Wagnis & Gewinn ableiten, alle Positionen vollständig ausfüllen und im GAEB-Format X-31 fristgerecht auf der Vergabeplattform einreichen. Dieser Leitfaden zeigt jeden Schritt — vom Aufbau des LV bis zur digitalen Einreichung auf evergabe.de.

April 2026
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0 EU-Schwellenwert Bauleistungen VOB 2024
0% Max. Gewichtung Technisches Angebot
0 Ø LV-Positionen bei mittleren Bauprojekten
01 — Grundlagen

Was ist ein Leistungsverzeichnis bei einer öffentlichen Ausschreibung?

Definition auf einen Blick

Das Leistungsverzeichnis (LV) ist das zentrale Preisdokument bei öffentlichen Bauausschreibungen. Es gliedert die gesamte Bauleistung in einzelne Positionen (LV-Positionen), jede mit einer eindeutigen Ordnungszahl, einem Kurztext, einer Mengenangabe und einer Einheit. Der Bieter trägt seinen Einheitspreis ein — das Produkt aus Menge und Einheitspreis ergibt den Positionspreis. Die Summe aller Positionspreise bildet den Gesamtangebotspreis.

Das LV ist nicht identisch mit der Leistungsbeschreibung. Die Leistungsbeschreibung definiert qualitativ, was gebaut werden soll (Normen, Materialstandards, Ausführungsanforderungen). Das LV operationalisiert diese Anforderungen in kalkulierbare Einheiten. Beide Dokumente gehören zu den Vergabeunterlagen, die eine Vergabestelle nach VOB/A bereitstellt.

In der deutschen öffentlichen Vergabe existieren drei verwandte Begriffe, die häufig verwechselt werden:

Leistungsverzeichnis (LV): Die strukturierte Positionsliste mit Mengen und Einheiten, in die der Bieter seine Einheitspreise einträgt. Das LV ist der Preisteil des Angebots und regelt nach VOB/B die Abrechnung. Mengenänderungen während der Ausführung führen zu einer Anpassung der Vergütung auf Basis der vereinbarten Einheitspreise.

Bedarfsverzeichnis (BV): Ein Sonderfall des LV mit Positionen, die nur „bedarfsweise" anfallen. Der Auftraggeber behält sich vor, diese Leistungen abzurufen oder nicht. Strategisch sind Bedarfspositionen heikel — ob 0 Euro oder ein Marktpreis eingetragen werden soll, hängt von der Wahrscheinlichkeit des Abrufs ab.

LV-Positionen (LV-Pos.): Die einzelnen Zeilen des LV. Jede Position beschreibt eine abgrenzbare Teilleistung. Ein Straßenbauvorhaben in München kann 350 Positionen umfassen, ein Fassadensanierungsprojekt in Hamburg 120. Jede Position hat eine eindeutige Positionsnummer (auch Ordnungszahl genannt), die in der Kalkulation und späteren Abrechnung referenziert wird.

VOB/B und Einheitspreisvertrag

Öffentliche Bauvergaben nach VOB/A führen in der Regel zum Einheitspreisvertrag nach VOB/B. Das bedeutet: Die im LV enthaltenen Mengen sind Schätzmengen. Abgerechnet wird, was tatsächlich ausgeführt wurde. Weicht die tatsächliche Menge einer Position um mehr als 10 Prozent von der LV-Menge ab, kann jede Partei eine Anpassung des Einheitspreises verlangen (§ 2 Abs. 3 VOB/B). Ein falscher Einheitspreis sitzt also fest im Vertrag — auch bei Mengenänderungen.

Ein Auftrag wird selten am falschen Preis verloren. Er wird am unvollständigen Angebot verloren — einer fehlenden Position, einer vergessenen Unterschrift, einer zu spät eingereichten GAEB-Datei.
Praxis öffentliche Vergabe — VOB/A, Einheitspreisvertrag, GAEB-Standard
Technische Zeichnungen und Kalkulationstabellen — Aufbau Leistungsverzeichnis
02 — Struktur

Aufbau des Leistungsverzeichnisses: Ordnungszahl, Kurztext, Einheitspreis

Jede LV-Position folgt in Deutschland einem standardisierten Aufbau, der durch den GAEB-Standard (Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen) und die VOB/A definiert ist. Ein vollständiges Verständnis dieser Struktur ist Voraussetzung für eine fehlerfreie Kalkulation.

Ordnungszahl (OZ): Die hierarchische Nummerierung der Position im LV. Typisch: 03.02.0040 bedeutet Titel 03 (z.B. Erdarbeiten), Untergruppe 02 (z.B. Aushub), Position 0040. Die Ordnungszahl identifiziert die Position eindeutig in der GAEB-Datei und in der späteren Abrechnung.

Kurztext: Die komprimierte Beschreibung der Leistung in wenigen Zeilen. Bei GAEB-konformen LV ist der Kurztext standardmäßig auf 60 Zeichen begrenzt. Ergänzend gibt es oft einen Langtext mit vollständiger technischer Beschreibung, Materialangaben, Normenverweisen (DIN, EN) und Ausführungsvorschriften. Der Langtext ist verbindlich — er definiert, was der Einheitspreis umfasst.

Menge und Einheit: Die Schätzmenge der Vergabestelle (z.B. 450 m³) und die Maßeinheit (m³, m², m, St., kg, Psch.). Die Einheit bestimmt, wie die Leistung abgerechnet wird. „Psch." (Pauschale) bedeutet: Eine feste Vergütung unabhängig vom tatsächlichen Aufwand — kalkulatorisch besonders heikel.

Einheitspreis (EP): Der vom Bieter einzutragende Preis pro Einheit. Er muss alle direkten Kosten (Lohn, Geräte, Material, Nachunternehmer) sowie die anteiligen indirekten Kosten (AGK, Wagnis und Gewinn) enthalten. Der EP ist nach Zuschlag verbindlich.

GAEB-Struktur: Phasen und Dateitypen

Ein Leistungsverzeichnis durchläuft mehrere GAEB-Phasen: DA80/DA81 (Ausschreibung durch den Planer), DA83/X-31 (Angebot des Bieters mit ausgefüllten Einheitspreisen), DA84 (Auftragserteilung nach Zuschlag), DA86 (Rechnungslegung). Für die Angebotsabgabe auf Vergabeplattformen wie evergabe.de ist ausschließlich X-31 (aktueller Standard) oder der ältere DA83 relevant. Prüfen Sie die Ausschreibungsunterlagen: Das Format, in dem Sie einreichen müssen, ist dort angegeben.

Großes Bauprojekt in Berlin — öffentliche Ausschreibung Einheitspreise Kalkulation
03
Kalkulation der Einheitspreise — Methodologie
03 — Einheitspreise

Kalkulation der Einheitspreise: Methodologie

Der Einheitspreis ist nicht der Preis, den Sie sich wünschen — er ist das Ergebnis einer strukturierten Kostenermittlung. Unternehmen, die ihre Einheitspreise ohne systematische Kalkulation schätzen, werden entweder durch zu hohe Preise aus dem Wettbewerb ausscheiden oder durch zu niedrige Preise Verlust machen. Beide Fehler kosten Aufträge oder Marge.

Die klassische Kalkulationsmethode für Bauleistungen nach VOB orientiert sich an folgender Aufbaulogik:

Schritt 1 — Herstellkosten (HK) je Position: Die direkten Kosten, die einer Baustelle unmittelbar zugeordnet werden können. Sie setzen sich zusammen aus: Lohnkosten (Arbeitsstunden je Position multipliziert mit dem mittleren Lohnpreis inklusive Lohnnebenkosten), Gerätekosten (Abschreibung, Zinsen, Reparaturkosten für das eingesetzte Gerät, anteilig auf die Position), Materialkosten (Einkaufspreis plus Transport plus Verlust), Nachunternehmerkosten (falls Subunternehmer für diese Position eingesetzt werden) und Baustellen-Gemeinkosten (BGK: Bauleitung, Baustromversorgung, Baustelleneinrichtung — aufgeteilt auf alle Positionen).

Schritt 2 — AGK-Aufschlag (Allgemeine Geschäftskosten): Die AGK sind die Kosten des Unternehmens, die nicht einer einzelnen Baustelle zugeordnet werden können: Büromiete, Verwaltungspersonal, Geschäftsführung, Steuerberatung, Versicherungen des Unternehmens, Fuhrpark, IT-Kosten. Der AGK-Aufschlag wird als Prozentsatz auf die Herstellkosten aufgeschlagen. Branchenüblich: 8 bis 15 Prozent, abhängig von Unternehmensgröße und Overhead-Struktur. Große Bauunternehmen mit komplexen Holdingstrukturen können höhere AGK haben; familiengeführte Betriebe liegen oft unter 10 Prozent.

Schritt 3 — Wagnis und Gewinn (W+G): Wagnis ist der kalkulatorische Risikozuschlag für unvorhergesehene Ereignisse: Mengenrisiken, Ausführungsrisiken, Gewährleistungsrisiken, Preissteigerungsrisiken. Gewinn ist die unternehmerische Renditeerwartung. Zusammen werden W+G üblicherweise als Zuschlagsatz von 2 bis 5 Prozent auf die Herstellkosten (zuzüglich AGK) aufgeschlagen. Der Zuschlagsatz hängt stark vom Wettbewerbsumfeld und der strategischen Bedeutung des Auftrags ab.

Das Resultat der Kalkulation ergibt den Netto-Einheitspreis ohne Mehrwertsteuer. Bei öffentlichen Aufträgen wird die Mehrwertsteuer separat ausgewiesen — der Einheitspreis im LV ist stets netto.

Beispiel: Kalkulation Einheitspreis „Beton C25/30 liefern und einbauen, 1 m³"

Lohnkosten: 45,00 €/m³. Gerätekosten (Betonpumpe anteilig): 12,00 €/m³. Material (Beton C25/30 inkl. Lieferung): 110,00 €/m³. BGK-Anteil: 8,00 €/m³. Herstellkosten (HK): 175,00 €/m³. AGK-Aufschlag 10 %: 17,50 €. W+G-Aufschlag 3 %: 5,78 €. Einheitspreis netto: 198,28 €/m³. In das LV eingetragen: 198,28 €. Das ist der Wert, auf den Vergabestellen, Mitbieter und Preisprüfer schauen.

Für Projekte in Großstädten wie München oder Frankfurt schlagen deutlich höhere Lohnkosten und Logistikkosten gegenüber ländlichen Regionen zu Buche — ein Faktor, der bei überregional tätigen Unternehmen häufig unterschätzt wird. Wer in Hamburg und Berlin parallel bietet, braucht regionale Lohnkostentabellen, nicht eine bundesweit gemittelte Schätzung.

Fehleranalyse bei öffentlichen Ausschreibungen — Leistungsverzeichnis Kalkulation
04 — Was schiefläuft

Häufige Fehler beim Ausfüllen des Leistungsverzeichnisses

Nach Analyse Hunderter Vergabeverfahren wiederholen sich dieselben Fehler. Keiner davon ist unvermeidlich — aber jeder kann zum Ausschluss führen.

Irrrealistische Einheitspreise: Ein Preis, der deutlich unter dem Marktniveau liegt, löst nach VOB/A eine Prüfungspflicht der Vergabestelle aus. Sie werden aufgefordert, Ihre Kalkulation offenzulegen. Wenn Sie keinen nachvollziehbaren Rechenweg vorweisen können, schließt die Vergabestelle Ihr Angebot aus — auch wenn Sie es günstig angeboten haben. Besonders problematisch: Positionen, die „zur Quersubventionierung" absichtlich niedrig angesetzt werden, während andere Positionen überhöht sind (unauskömmliche Mischkalkulation).

Fehlende Positionen: Ein nicht ausgefülltes Preisfeld gilt nach VOB/A § 16 als formaler Mangel, der zum Ausschluss führen kann. Selbst wenn die Position aus Ihrer Sicht irrelevant erscheint: Jedes Feld muss einen Wert enthalten. Bedarfspositionen mit 0 Euro sind nur zulässig, wenn die Ausschreibung dies ausdrücklich erlaubt.

Keine Mengenprüfung: Die Mengenansätze im LV sind Schätzungen des Planers — sie können falsch sein. Wer bei 200 Positionen nicht prüft, ob die Mengen plausibel sind, kalkuliert auf einer möglicherweise falschen Basis. Bieterfragen vor Angebotsfristende sind genau dafür da: Nutzen Sie dieses Recht.

Überschreitung der Abgabefrist: Vergabeplattformen wie evergabe.de sperren das Einreichungsportal auf die Sekunde genau. Technische Probleme beim Upload — eine zu große Datei, ein Browser-Timeout, ein Verbindungsfehler — werden nicht als Entschuldigungsgrund akzeptiert. Faustregel: Angebot mindestens 24 Stunden vor Fristende einreichen.

Ein Einheitspreis, der nicht kalkuliert ist, ist eine Schätzung. Eine Schätzung auf 200 Positionen ist ein Glücksspiel.

05 — Software-Vergleich

Software-Tools für das Leistungsverzeichnis: RIB iTWO vs. Alternativen

Kein professionelles Unternehmen kalkuliert ein LV mit 150 oder mehr Positionen manuell in Excel. Die Wahl der Kalkulationssoftware beeinflusst direkt die Geschwindigkeit der Angebotsbearbeitung, die Fehlerquote und die Fähigkeit, GAEB-Dateien korrekt zu importieren und zu exportieren.

Der Markt für LV-Software in Deutschland ist etabliert, aber fragmentiert. Die wichtigsten Systeme und ihre Zielgruppen:

RIB iTWO: Marktführer bei Generalunternehmern und großen Baukonzernen. iTWO bietet eine vollständige AVA-Lösung (Ausschreibung, Vergabe, Abrechnung) mit tiefer Integration in GAEB, CAD und ERP-Systeme. Kalkulation, Kostenverfolgung, Nachtragsmanagement und Projektcontrolling sind in einer Plattform vereint. Stärke: Leistungstiefe und GAEB-Konformität. Schwäche: Hoher Implementierungsaufwand, Lizenzkosten für mittelständische Unternehmen oft nicht verhältnismäßig. Hauptanwender: Bauunternehmen ab ca. 50 Millionen Euro Jahresumsatz.

ORCA AVA: Weit verbreitet bei Planungsbüros, Architekten und mittelständischen Bauunternehmen. ORCA AVA unterstützt die gesamte LV-Erstellung nach GAEB und bietet Schnittstellen zu den gängigen deutschen Vergabeplattformen. Besonderheit: ORCA unterstützt auch die Seite des Auftraggebers (Ausschreibungserstellung). Für den Bieter ist die Angebotsbearbeitung mit GAEB-Import/Export funktional und gut dokumentiert.

California.pro (Nemetschek): Häufig in Handwerksbetrieben und kleineren Bauunternehmen eingesetzt. California bietet eine solide GAEB-Unterstützung und eine benutzerfreundliche Oberfläche. Die Integration mit Aufmaß und Abrechnung ist für handwerkliche Betriebe mit überschaubarem LV-Volumen gut geeignet.

NEVARIS Finance: Stark im Bereich Baubuchhaltung und Nachkalkulation. NEVARIS wird häufig zusammen mit einer AVA-Lösung eingesetzt, da die Stärken im Controlling und Abrechnungsbereich liegen. Für die reine LV-Kalkulation weniger verbreitet.

Sidoun Globe: Positioniert sich für mittelständische Bauunternehmen mit vollständiger AVA-Funktionalität. Globe bietet eine gute GAEB-Unterstützung und wird besonders von regionalen Bauunternehmen in Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) eingesetzt.

Was keine der genannten Lösungen abdeckt

Alle genannten Systeme sind Kalkulationstools — sie helfen Ihnen, Einheitspreise einzutragen und GAEB-Dateien zu verwalten. Was sie nicht leisten: eine strukturierte Analyse der Vergabeunterlagen vor der Kalkulation, eine automatische Extraktion der Zuschlagskriterien, eine Warnung bei Positionen, die kalkulatorisch auffällig sind, und die integrierte Erstellung des Technischen Angebots auf Basis der ausgeschriebenen Kriterien. Diese Lücke schließt Doaken — als vorgelagerte Plattform, die mit Ihrem bestehenden AVA-System zusammenarbeitet.

Digitale Einreichung Leistungsverzeichnis auf evergabe.de — GAEB X-31 Format
06 — Digitale Einreichung

Digitale Einreichung: GAEB, X-31-Format, evergabe.de

Seit der verpflichtenden Einführung der elektronischen Vergabe (E-Vergabe) für Bundesbehörden 2019 und dem schrittweisen Rollout auf Länder- und Kommunalebene ist die Angebotsabgabe auf Papier in den meisten öffentlichen Vergabeverfahren Geschichte. Die elektronische Einreichung erfolgt über Bieterportale — und der Standard für Leistungsverzeichnisse ist GAEB.

Der GAEB-Standard (Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen) definiert das XML-basierte Datenformat für den elektronischen Austausch von Leistungsverzeichnissen zwischen Planungssoftware, Vergabeplattformen und Kalkulationsprogrammen der Bieter. Der aktuelle Standard ist GAEB DA XML 3.3, die für Angebotsabgaben relevante Phase ist X-31.

So läuft die digitale Einreichung ab: Die Vergabestelle stellt das LV im GAEB-Format (meist X-31 oder DA83) auf der Vergabeplattform zum Download bereit. Sie importieren diese Datei in Ihre Kalkulationssoftware, tragen Ihre Einheitspreise ein und exportieren die ausgefüllte GAEB-Datei. Diese laden Sie auf der Vergabeplattform hoch — zusammen mit den geforderten Nachweisdokumenten und dem Technischen Angebot.

evergabe.de ist die bundesweit meistgenutzte E-Vergabe-Plattform. Das Bieterportal erfordert eine kostenlose Registrierung. Für die Einreichung qualifizierter Angebote benötigen Sie je nach Ausschreibung eine qualifizierte elektronische Signatur (QES). Prüfen Sie die Vergabeunterlagen: Bei manchen Verfahren reicht eine einfache elektronische Einreichung ohne QES; bei anderen ist die QES Pflicht.

Weitere wichtige Plattformen: DTVP (viele Kommunen, Bauleistungen), Vergabemarktplatz NRW, vergabe.Bayern, TED Europa (Pflicht ab EU-Schwellenwert). Jede Plattform hat ihre eigene Benutzeroberfläche, aber das GAEB-Format ist plattformübergreifend identisch.

Häufige GAEB-Fehler bei der Einreichung

Drei technische Fehler führen wiederholt zu Problemen: Erstens die falsche GAEB-Phase — eine DA81-Datei (Ausschreibungsphase) statt einer X-31-Datei (Angebotsphase) eingereicht. Zweitens ein Versionsmismatch: Die Vergabeplattform erwartet GAEB XML 3.3, die Kalkulationssoftware exportiert GAEB 2000 (älteres Format). Drittens fehlende Positionen in der exportierten Datei, weil die Software Bedarfspositionen ohne Preis standardmäßig auslässt. Testen Sie den Export Ihrer Kalkulationssoftware anhand einer Testausschreibung, bevor Sie erstmals auf einer neuen Plattform einreichen.

Die Vergabestelle sieht nicht, wie gut Sie bauen können. Sie sieht, wie vollständig, korrekt und fristgerecht Ihr Angebot ist. Formal schlägt inhaltlich — immer.
Praxis öffentliche Vergabe — VOB/A, E-Vergabe Deutschland
07 — Doaken

Wie Doaken das Leistungsverzeichnis automatisiert

Für ein mittelständisches Bauunternehmen oder einen Generalunternehmer, der gleichzeitig mehrere Ausschreibungen bearbeitet, ist die Kalkulation des Leistungsverzeichnisses der zeitintensivste Teil der Angebotserstellung. 200 Positionen, jede mit einer spezifischen Leistungsbeschreibung, Mengenangabe und Einheit — das ist kein trivialer Aufwand.

Doaken greift in diesen Prozess ein, bevor die Kalkulation beginnt — und unterstützt ihn dort, wo Fehler am teuersten sind.

Import des Leistungsverzeichnisses: Doaken importiert Ihr LV direkt aus der GAEB-Datei (X-31, DA83) oder als PDF — so wie es Ihnen die Vergabestelle bereitstellt. Keine manuelle Nacherfassung, kein Übertragungsfehler. Die Struktur des LV — Positionen, Mengen, Einheiten, Ordnungszahlen — ist sofort in der Plattform verfügbar.

Kalkulation auf Basis historischer Projektdaten: Doaken kalkuliert auf Basis Ihres eigenen historischen Preisdatenbestands. Wenn Sie bei vergleichbaren Projekten in den vergangenen 24 Monaten Einheitspreise für ähnliche Positionen eingetragen haben, schlägt Doaken diese als Ausgangswert vor. Sie behalten die vollständige Kontrolle: Jeder vorgeschlagene Einheitspreis kann angepasst werden — Position für Position.

Warnungen bei auffälligen Positionen: Doaken markiert Positionen, bei denen Ihre Kalkulation signifikant vom Referenzbereich vergleichbarer Projekte abweicht. Das gilt in beide Richtungen: zu niedrige Preise (Verlustrisiko) und zu hohe Preise (Wettbewerbsnachteil). Diese Warnungen sind kein Automatismus — sie sind Entscheidungshilfen für Ihren Kalkulationsverantwortlichen.

Vollständigkeitsprüfung vor der Einreichung: Bevor die GAEB-Exportdatei erstellt wird, prüft Doaken, ob alle Pflichtpositionen einen Preis enthalten. Fehlende Preise werden markiert. Ein unvollständiges LV verlässt Doaken nicht — so wird der häufigste formale Ausschlussgrund verhindert.

Integration in den Gesamtprozess: Das LV ist nur ein Teil des Angebots. Doaken analysiert die Vergabeunterlagen im Vorfeld — Zuschlagskriterien, Eignungsanforderungen, Fristen — und verknüpft diese Analyse mit dem LV. Wenn die Ausschreibung einer Stadt in Hamburg ein bestimmtes Qualitätskonzept mit 20 Prozent gewichtet, sehen Sie das im LV-Kontext, nicht als separates Dokument, das Sie erst suchen müssen.

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08 — FAQ

Häufige Fragen zum Leistungsverzeichnis und seiner Kalkulation

Was ist der Unterschied zwischen einem Leistungsverzeichnis und einer Leistungsbeschreibung?

Das Leistungsverzeichnis (LV) ist die quantifizierte Form der Leistungsbeschreibung. Während die Leistungsbeschreibung die Anforderungen an das Werk qualitativ beschreibt (Materialien, Normen, Ausführungsstandards), gliedert das LV diese Leistung in einzelne Positionen mit Ordnungszahl, Kurztext, Mengenangabe und Einheit. Der Bieter trägt seinen Einheitspreis ein — das Produkt aus Menge und Einheitspreis ergibt den Positionspreis. Das LV ist damit das zentrale Dokument für die Preisermittlung bei Bauleistungen nach VOB/A.

Was bedeutet AGK bei der Kalkulation eines Leistungsverzeichnisses?

AGK steht für Allgemeine Geschäftskosten. Das sind Kosten, die nicht direkt einer Baustelle zugeordnet werden können, aber für den Betrieb des Unternehmens notwendig sind: Bürokosten, Geschäftsführergehalt, Buchführung, Versicherungen, Marketingkosten. Bei der Kalkulation des Einheitspreises werden die AGK als prozentualer Aufschlag auf die Herstellkosten (HK) aufgeschlagen. Branchenüblich liegen die AGK je nach Unternehmensgröße zwischen 8 und 15 Prozent der Herstellkosten. Hinzu kommt der Aufschlag für Wagnis und Gewinn (W+G), üblicherweise zwischen 2 und 5 Prozent.

Was ist das GAEB-Format und wozu wird es bei Ausschreibungen verwendet?

GAEB steht für Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen. Das GAEB-Format ist ein standardisierter Datenaustauschstandard für Leistungsverzeichnisse im deutschen Bauwesen. Es ermöglicht den elektronischen Austausch von LV-Daten zwischen der Software der Vergabestelle und der Kalkulationssoftware des Bieters — ohne manuelle Nacherfassung. Das Format X-31 ist die aktuelle GAEB-Variante für das Angebot des Bieters (der Bieter füllt seine Einheitspreise in der Datei aus und reicht sie auf der Vergabeplattform ein). Andere häufige GAEB-Phasen: DA81 (Ausschreibung durch den Planer), DA83 (Ergebnis nach Submission).

Welche Software eignet sich am besten für die Kalkulation von Leistungsverzeichnissen?

Die Wahl der Software hängt von der Unternehmensgröße und dem Einsatzbereich ab. RIB iTWO ist der Marktführer für große Bauunternehmen und Generalunternehmer mit komplexen Projekten. ORCA AVA ist weit verbreitet bei Planungsbüros und mittelständischen Unternehmen. California.pro und NEVARIS Finance richten sich an Handwerksbetriebe und kleinere Bauunternehmen. Alle genannten Systeme unterstützen den Import und Export im GAEB-Format (X-31). Doaken ergänzt diese Systeme: Doaken importiert das LV direkt aus dem GAEB-Format oder als PDF, kalkuliert Einheitspreise auf Basis historischer Projektdaten und gibt Warnungen bei Positionen aus, die signifikant vom Marktdurchschnitt abweichen.

Wie reiche ich ein ausgefülltes Leistungsverzeichnis auf evergabe.de ein?

Auf evergabe.de erfolgt die Einreichung vollständig elektronisch. Nach dem Download der Vergabeunterlagen öffnen Sie die GAEB-Datei (meist X-31 oder D83) in Ihrer Kalkulationssoftware, tragen Ihre Einheitspreise ein und exportieren die ausgefüllte GAEB-Datei. Diese Datei laden Sie über das Bieterportal von evergabe.de hoch, zusammen mit den geforderten Nachweisen und dem Technischen Angebot. Wichtig: Die Abgabe muss vor der Frist auf die Minute genau erfolgen. Technische Probleme mit dem Bieterportal werden von Vergabestellen selten als Entschuldigungsgrund akzeptiert. Reichen Sie Ihr Angebot mindestens 24 Stunden vor Fristende ein.

Was passiert, wenn ich beim Ausfüllen des Leistungsverzeichnisses eine Position vergesse?

Eine unausgefüllte oder mit 0 Euro eingetragene Pflichtposition kann je nach Vergabestelle zum Ausschluss des Angebots führen. Nach VOB/A § 16 sind Angebote, die nicht alle geforderten Preise enthalten, von der Wertung auszuschließen, es sei denn, die Vergabestelle hat ausdrücklich zugelassen, dass einzelne Positionen mit 0 Euro bewertet werden dürfen (z.B. Bedarfspositionen). Bei Bauprojekten in München, Hamburg oder Berlin mit mehreren hundert LV-Positionen ist das manuelle Prüfen auf Vollständigkeit fehleranfällig — eine Software-gestützte Validierung vor der Einreichung ist zwingend.

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